Im neuen Jahr wird B2B-Marketing noch einmal anspruchsvoller: Budgets bleiben knapp, Kunden erwarten trotzdem mehr. Diese 8 Trends solltest du auf dem Schirm haben, um dich 2026 gegen den Wettbewerb durchzusetzen.
Wie könnte es anders sein: B2B-Marketing-Teams stehen auch 2026 wieder vor immensen Herausforderungen. Das hat vor allem mit neuen Technologien und hohen Kundenerwartungen zu tun.
Wie schon letztes Jahr, haben wir uns auch für 2026 viele Gedanken gemacht und recherchiert, worauf es im B2B-Marketing wirklich ankommen wird.
Das Ergebnis ist dieser Blogartikel.
Hierin erfährst du, welche aktuellen Trends du als Marketer auf dem Schirm haben solltest – wie immer verständlich und praxisnah.
Unter anderem geben wir dir Tipps, wie du mit Gen AI umgehen solltest, die Effizienz sowohl in Marketing als auch in Sales steigerst und außerdem das Unternehmens- oder Markenimage noch einmal deutlich aufwertest.
Die 8 wichtigsten Trends für 2026
Klar – als Marketer musst du immer flexibel und offen bleiben und dich idealerweise täglich mit neuen Entwicklungen auseinandersetzen. Die folgenden 8 Trends werden in der nächsten Zeit jedoch besonders wichtig sein.
Generative KI
Generative KI bleibt im Marketing (und außerhalb) natürlich auch 2026 allgegenwärtig:
- Schon 2024 nutzten 71 % der Marketer generative KI mindestens wöchentlich, 20 % sogar täglich – vor allem für Content Creation, Ideenfindung oder visuelles Storytelling (American Marketing Association). Und die Nutzerzahlen von KI-Systemen nehmen kontinuierlich zu.
- 72 % der Marketer planen in den nächsten 12 Monaten, mehr KI zu wagen. Das heißt vor allem: sich breitere Kenntnisse über die Potenziale anzueignen und ein stärkeres Vertrauen in die Technologie zu entwickeln. (MiQ)
- Laut McKinsey wollen 92 % der Unternehmen in den nächsten 3 Jahren in generative KI investieren.
- 79% der Unternehmen nutzen sogar schon KI-Agenten. (PwC)
Aber was bringt es eigentlich, KI im Marketing einzusetzen? Auch dazu gibt es Zahlen:
- Klarna reduzierte die Marketingkosten durch generative KI um 10 Millionen pro Jahr.
- Wo es früher 6 bis 8 Wochen dauerte, um Bilder für Kampagnen zu erstellen, gelingt Zalando dies nun innerhalb von 3 bis 4 Tagen. Außerdem wurden die Kosten für Kampagnenbilder um 90 % gesenkt.
- IBM führte eine Kampagne mit Visuals durch, die von Adobe Firefly erstellt wurden, und erzielte ein 26mal(!) höheres Engagement. (Wobei sich hier natürlich die Frage aufdrängt, wie die zuvor genutzten Bilder aussahen.)
Unsere Handlungsempfehlung lautet dementsprechend: Experimentiere (mehr) mit Tools wie ChatGPT, Nano Banana (das Image-Gen-Modell von Google) oder Runway (für Videos). Ermutige auch den Rest des Teams dazu!
Bedenke aber immer, dass es sich auch bei fortschrittlichen KI-Systemen nur um Werkzeuge handelt. Menschliche Kreativität bleibt unverzichtbar. Auch die State-of-the-Art-Modelle liefern selten Ergebnisse, die unverändert weiterverwendet oder sogar veröffentlicht werden können. Oft enthält der Output Fehler oder weicht tonal beziehungsweise visuell stark vom Branding ab.
Ein erfahrener Marketer kann sich mit ChatGPT & Co. die Arbeit zwar ein wenig erleichtern – zum Beispiel Ideen brainstormen oder einen ersten Draft generieren –, sie aber nicht vollständig automatisieren.
KI-Governance und Transparenz
Die Superman- und Spiderman-Comics brachten es schon 1948 bzw. 1962 auf den Punkt: „Mit großer Macht kommt große Verantwortung.“
Der Einsatz von KI bietet nicht nur Chancen, sondern birgt auch das eine oder andere ernstzunehmende Risiko. Dem will die vor einiger Zeit in Kraft getretene KI-Verordnung der Europäischen Union (kurz: der EU AI Act) entgegenwirken. Die Vorgaben darin sind teilweise ziemlich streng, die Sanktionen hoch.
Governance und Transparenz werden 2026 daher – den KI-Eifer begleitend – zum Pflichtprogramm für Marketer. Denn ohne klare Leitplanken drohen Fehler, die nicht nur teuer werden, sondern auch dem Markenvertrauen schaden können.
Eine IAB-Umfrage zeigt, dass über 70 % der Marketing-Profis bereits „Zwischenfälle“ mit KI erlebt haben: von Halluzinationen (erfundenen Inhalten) über Bias (Verzerrungen) bis hin zu nicht markenkonformem oder sogar markenschädigendem Output.
Überraschenderweise planen jedoch weniger als 35 % der Unternehmen, ihre Investitionen in KI-Governance und Brand Safety in den nächsten 12 Monaten aufzustocken. Hier klafft eine gefährliche Lücke: Die KI-Adoption überholt die Sicherheitsmaßnahmen!
Das lässt vor allem Geschäftsführer, Datenschützer und KI-Beauftragte nervös werden, denn sie sind dafür verantwortlich, wie KI im Unternehmen eingesetzt wird.
Doch auch die Kundenperspektive mahnt zur Vorsicht: Kantar fand heraus, dass mehr als die Hälfte der Konsumenten KI-generierter Werbung mit Skepsis gegenüberstehen. Hier kann man trotz des hohen Potenzials von generativer KI einiges falsch machen.
Die beste Antwort auf diese Bedenken: mehr Transparenz.
Über 60 % der Werbetreibenden sprechen sich beispielsweise dafür aus, KI-generierte Ads als solche zu kennzeichnen (wieder IAB). Auch andere Texte und Bilder lassen sich oft ohne große Probleme mit einem entsprechenden Hinweis versehen. Das zeigt potenziellen Kunden, dass du nichts verbirgst – was dazu führen kann, dass deine KI-Inhalte einfach als interessante Experimente wahrgenommen werden, nicht als Täuschungsversuche.
Um die Risiken beim Einsatz von KI-Tools zu minimieren, brauchst du unbedingt unternehmensweite Richtlinien sowie die dazugehörigen Schulungen.
- Eine KI-Richtlinie definiert, wie genau KI im Unternehmen genutzt werden darf – das kann neben der AI-Act-Compliance auch freiwillige Transparenzhinweise umfassen.
- Schulungen sensibilisieren das Team dafür, wie wichtig gute Prompts, Datenschutz, die Vermeidung jeglicher Diskriminierung, Accountsicherheit und andere Aspekte der KI-Nutzung sind.
Kurzum: 2026 wird nicht nur das Jahr des wirkungs-, sondern auch des verantwortungsvollen KI-Einsatzes.
Optimierung des Markenimage
Im B2B werden Entscheidungen besonders gründlich abgewogen. Dabei zählt neben der Produkt- und Servicequalität auch das Unternehmen hinter dem Angebot: Kunden wollen Partner, die authentisch wirken und auf die sie sich verlassen können.
2026 steht das Markenimage noch stärker im Fokus als zuvor.
„Brand Trust“ ist nicht nur ein Buzzword, sondern ein messbarer Erfolgsfaktor: Untersuchungen von Kantar zeigen, dass Unternehmen mit hohem Markenvertrauen in den letzten zehn Jahren 115 % mehr Wachstum erzielen konnten als solche mit niedrigen Werten. Vertrauen zahlt sich also buchstäblich aus.
Das Edelman Trust Barometer zeigt, dass 80 % der Menschen den Marken vertrauen, die sie selbst nutzen – und damit mehr Vertrauen in diese Marken setzen als in Institutionen wie die Medien oder die Regierung. In einer Zeit allgemeiner Verunsicherung werden starke Marken zu den wichtigsten Vertrauensankern.
Ein solches Vertrauen muss natürlich erst verdient werden, vor allem im B2B. Hier achten potenzielle Kunden 2026 noch genauer darauf, ob ein Anbieter den stetig steigenden Ansprüchen genügt.
Greenwashing, leere Versprechen oder Intransparenz können das mühsam aufgebaute Image schnell erschüttern. Laut IDC riskieren Marken bis zu 79 % ihrer Kundenloyalität, wenn sie es versäumen, in kritischen Bereichen ihre Vertrauenswürdigkeit unter Beweis zu stellen. Dazu zählt übrigens auch eine hohe Transparenz beim KI-Einsatz.
Dieser Trend spiegelt sich bereits seit Längerem in der Unternehmenskommunikation wider: Immer mehr B2B-Unternehmen betonen ihren Corporate Purpose (bei dem es meist um Nachhaltigkeit oder soziale Verantwortung geht) oder weisen auf ihre strengen Datenschutz-Standards hin.
Die Handlungsempfehlung für dich: Stelle in diesem Jahr besonders deutlich heraus, warum dein Unternehmen jedes Vertrauen verdient. Dazu beitragen können …
- Testimonials oder Zitate daraus,
- Success Storys zufriedener Kunden sowie
- Qualitätssiegel und Zertifikate.
Investiere in Customer Experiences, die positive Emotionen auslösen. Perfekte Usability, exzellenter Support und attraktive Loyalitätsboni fördern die Kundentreue.
Sollte doch mal etwas schiefgehen, kommuniziere offen und ehrlich, wie es dazu gekommen ist, wie du das Problem lösen willst und wie betroffene Personen entschädigt werden.
Außerdem wichtig: dein Content. Gerade im B2B ist Vertrauen oft von Expertise abhängig. Positioniere deine Marke durch Awareness-Content als Autorität, die man unweigerlich wahrnimmt, sobald man sich mit eurem Thema befasst. So sicherst du dir frühzeitig eine Platzierung ganz oben auf der Anbieter-Shortlist. Weiterführende Inhalte – beispielsweise spezifische Use Cases mit Praxistipps – festigen deine Position als Thought Leader.
Baue nicht nur eine Reputation, sondern ein Unternehmen auf, bei dem Kunden sicher sein können: „Mit diesem Anbieter mache ich nichts falsch.“
Account-based Marketing
Schon seit einigen Jahren verschiebt sich im B2B-Marketing der Fokus vom Lead-Volumen hin zur Qualität der Kontakte. Das Stichwort lautet Account-based Marketing (ABM): Statt möglichst viele Leads innerhalb einer mehr oder weniger streng definierten Zielgruppe zu sammeln, konzentriert man sich auf eine gewisse Anzahl an Zielkunden, meist die Unternehmen mit dem höchsten Potenzial, und entwickelt individuelle Marketing- und Sales-Konzepte.
Der Grundsatz dahinter: Es ist besser, 50 passende Accounts intensiv zu betreuen als 5.000 beliebige Leads oberflächlich.
71 % der Marketer haben bereits ein ABM-Programm im Einsatz. Das ist gerade jetzt verständlich: In wirtschaftlich unsicheren Zeiten will niemand Budget verschwenden.
Die Ergebnisse geben ihnen Recht: Eine Analyse von Forrester und AdRoll fand heraus, dass 58 % der B2B-Marketer mit ABM größere Deal-Größen erzielen konnten. Account-spezifische Insights sind zudem hilfreich beim Cross- und Upselling, wie 75 % der befragten Marketer angaben.
Die Handlungsempfehlung hier: Falls du nicht schon ABM betreibst, stelle 2026 die Weichen dafür! Identifiziere deine High-Potential-Accounts: Welche Unternehmen willst du unbedingt als Kunden gewinnen? Frage dich anschließend: Welche Pain Points haben diese Unternehmen, für die du Lösungen anbietest, und welche Touchpoints nutzen die Entscheider? Entwickle dann eine Strategie, wie du diese Entscheider erreichen und überzeugen willst.
Besonders wichtig beim ABM ist die enge Zusammenarbeit von Marketing und Sales. Setzt euch gemeinsam Ziele pro Account, teilt Insights wie Intent-Daten oder vorherige Interaktionen über ein gemeinsam genutztes Tool (idealerweise das CRM) und koordiniert eure Aktivitäten und Botschaften.
Mit der Präzisions-Strategie des accountbasierten Marketings setzt du deine Ressourcen optimal ein und kannst, wenn du alles richtig machst, den ROI deiner Kampagnen in diesem Jahr deutlich steigern!
First-Party-Daten
Läutet die Marketingwelt in diesem Jahr endgültig das Ende der Third-Party-Cookies ein? Zumindest werden wir uns weiter in diese Richtung bewegen.
Datenschutzgesetze wie die DSGVO haben die Nützlichkeit bestimmter Daten längst stark eingeschränkt. Und in den letzten Jahren haben sich Safari und Firefox bereits vollständig von Third-Party-Daten verabschiedet. Google plant für Chrome zwar keine komplette Abkehr mehr, will den Nutzern aber eine Wahlmöglichkeit geben, was das Tracking ebenfalls erschwert.
First-Party-Daten – also Daten, die du selbst von deinen Website-Besuchern und Kunden sammelst – werden daher eine immer wichtigere Ressource.
Diese ureigenen Daten – beispielsweise aus deinem CRM, deinen Web-Analytics-Tools, Newsletter-Auswertungen oder Kundenumfragen – bieten nicht nur tiefe Einblicke in das Verhalten und die Präferenzen deiner Zielgruppe, sie sind auch rechtlich unbedenklich, sofern sie mit Einwilligung erhoben werden.
Wer 2026 seine besten First-Party-Daten effektiv nutzt, kann sich einen klaren Wettbewerbsvorteil verschaffen!
Auch hier sprechen Zahlen nämlich eine deutliche Sprache:
Laut BCG können Unternehmen, die beim Advertising ihre First-Party-Daten nutzen, den Umsatz pro Anzeige verdoppeln.
Forrester fand heraus, dass Unternehmen mit First-Party-Daten die Brand Awareness um 75 % und die Conversion Rates um 73 % steigern können. Außerdem lassen sich die Akquisitionskosten um 83 % senken.
Warum ist das so?
First-Party-Daten sind in der Regel aktueller und passender als fremde Daten, die du gekauft oder anderweitig erhalten hast. Sie zeigen das Verhalten deiner Interessenten und Kunden in deinem eigenen Kosmos, nicht auf externen Plattformen, die mit deinen Themen und Angeboten oft in keinerlei Zusammenhang stehen.
Unsere Handlungsempfehlung: Nimm Datenschutz ab jetzt besonders ernst und suche in deinen eigenen Systemen nach den besten Alternativen zu bisher genutzten Third-Party-Daten! Führe dazu erst einmal einen Daten-Audit durch:
- Welche First-Party-Daten stehen dir bereits zur Verfügung? Welche bleiben noch ungenutzt?
- In welchen deiner Systeme könntest du weitere Daten finden? Kann man sie automatisiert extrahieren?
- Welche Third-Party-Daten könntest du damit ersetzen?
- Lassen sich aus den neuen Daten zusätzliche Erkenntnisse über die Zielgruppe gewinnen?
Großes Potenzial besteht im Übrigen in der Kombination von First Party Data und Account-based Marketing: Mit zusätzlichen Daten kannst du Marketingmaßnahmen schließlich besonders gut auf individuelle Zielkunden abstimmen.
Ein letzter Tipp: Ermögliche es deinen Kunden auch, freiwillig Informationen preiszugeben! Diese Daten nennt man Zero-Party-Daten. Sie können beispielsweise in Kundenprofilen oder Umfragen erhoben werden. Hier kannst du genau die Daten abfragen, die dich als Marketer wirklich interessieren.
Video Marketing
Videos sind aus dem Marketing nicht wegzudenken. Gemeint sind hier jedoch keine klassischen Werbespots, sondern kurze Videos im Internet, vor allem auf Social Media und YouTube.
Bewegtbild wirkt, auch – oder vor allem? – bei anspruchsvollen B2B-Zielgruppen: Emotionale Storys verschaffen deinem Unternehmen die nötige Aufmerksamkeit, um komplexe Lösungen für sehr spezifische Herausforderungen zu erklären.
Die meisten Unternehmen haben das erkannt, wie Wyzowl zeigt:
- 91 % aller Unternehmen nutzen Video als Marketing-Tool, ein historischer Höchstwert.
- 93 % der Marketingverantwortlichen sagen, Video trage dazu bei, dass Kunden ihre Produkte oder Services besser verstehen.
- 67 % der Marketer, die bisher noch keine Videos einsetzen, planen den Einstieg für 2026.
Kurz gesagt: Video ist und bleibt Mainstream.
Ein weiterer Trend, den du 2026 auf dem Radar haben solltest: KI im Video Marketing. Bereits 63 % der Video-Marketer nutzen KI-Tools, um Videos zu erstellen oder zu schneiden – Tendenz steigend (erneut laut Wyzowl). Ob automatisierte Untertitel oder Übersetzungen, Text-to-Video-Tools oder personalisierte Videos: KI senkt die Produktionshürden deutlich.
Die Handlungsempfehlung ist klar: Setze 2026 (noch) mehr Videos ein!
Entwickle neue Ideen, schau dir aber auch die bestehenden Inhalte an: Wo lassen sich Texte oder Grafiken in Videos umwandeln, um mehr Aufmerksamkeit zu erzielen? Denke hier vor allem an Tutorials, Demos, Webinare, Interviews (mit Mitarbeitern, Partnern oder Kunden).
Zum Schluss noch ein Appell: Traut euch vor die Kamera! Echte Menschen, die mit Charisma und Enthusiasmus dein Unternehmen verkörpern, können die Vorteile deiner Produkte und Services besonders überzeugend vermitteln.
Offline-Touchpoints
Nach Jahren der (auch pandemiebedingten) Digitalisierungs-Offensive erleben reale Events ein Comeback. Kunden – selbst Digital Natives – schätzen es zunehmend, Unternehmen und Marken persönlich zu begegnen, nicht nur vor einem Bildschirm.
Für B2B-Unternehmen bedeutet das 2026: Messen und andere Events, aber auch Printmedien als physische Repräsentationen von Markenidentitäten gewinnen an Bedeutung.
Die Message ist bei vielen bereits angekommen: Eine neue Umfrage der Association of National Advertisers (ANA) mit Harris Poll zeigt, dass 70 % der Marketer planen, 2026 mehr in physische Touchpoints zu investieren.
Unternehmen haben also gemerkt, dass sie aus der Flut digitaler Botschaften herausstechen können, wenn sie Kontaktmöglichkeiten in der echten Welt schaffen. Experiential Marketing – die Werbung mit Erfahrungen – steht zwar erst am Anfang, doch liegt darin eine gewaltige Chance: Wer jetzt originelle Offline-Momente konzipiert, kann frühzeitig punkten, bevor solche Erlebnisse zum Standard werden.
Gerade in Branchen, wo Produkte und Services erklärungsbedürftig sind – IT, Marketing, Fertigung –, zahlt sich der persönliche Dialog aus. Eine Demo am Messestand, ein Hands-on-Workshop mit der neuen Maschine, ein Networking-Event unter Fachkollegen: Solche Settings sichern dir die ungeteilte Aufmerksamkeit potenzieller Kunden über eine längere Zeitspanne und fördern Verständnis und Vertrauen.
Die Handlungsempfehlung für dich: Plane für 2026 unbedingt ein attraktives Event oder zumindest ein ansprechendes Printmedium! Überlege, welche Offline-Elemente deine Marketingstrategie sonst noch ergänzen könnten.
Falls Messen in deiner Branche eine wichtige Rolle spielen, investiere in diesem Jahr in kreative Messeauftritte oder sichere dir Speaker-Slots.
Und was Druckerzeugnisse betrifft: Ein hochwertiges Kundenmagazin oder ein kreatives Direct Mailing können positiv auffallen.
Wichtig ist, Offline und Online nicht getrennt zu sehen. Verbinde beides: Bewirb Events online (vielleicht sogar accountbasiert?), nutze QR-Codes vor Ort (um First-Party-Daten zu sammeln), und verlängere das Erlebnis digital (durch Event-Videos auf Social Media oder Follow-up-Mailings mit einer Survey). So schaffst du immer wieder Interaktion, die Kunden nach und nach an deine Marke bindet.
Effizienz
Mehr Erfolg mit weniger Aufwand: Dieses Motto beschreibt die Anforderungen an viele Marketingabteilungen im Jahr 2026 treffend.
Laut Gartner lagen die Marketingbudgets 2024 und 2025 im Durchschnitt bei ca. 7,7 % des Umsatzes – 2019 waren es noch 10,5 %, 2020 sogar 11,0 %. 2026 wird es kaum besser aussehen als letztes Jahr. 59 % der CMOs gaben 2025 zu Protokoll, dass das Budget nicht ausreichen würde, um ihre Pläne umzusetzen. Gleichzeitig drohen durch konjunkturelle Unsicherheiten jederzeit weitere Kürzungen.
Die Konsequenz: Marketer suchen fieberhaft nach Effizienzsteigerungen. Und sie werden fündig – in Daten und KI. Ganz oben auf der Prioritätenliste stehen Maßnahmen wie Datenanalysen zur Performance-Optimierung (wie beispielsweise Intent Data, um herauszufinden, welche Zielkunden kaufbereit sind) und die Automatisierung repetitiver Aufgaben mithilfe von Plattformen wie n8n und/oder künstlicher Intelligenz.
Generative AI spielt, wie bereits gesagt, ebenfalls eine Schlüsselrolle. Sie ist besonders nützlich bei der Ideenfindung und der Erstellung von Texten und Bildern.
Es geht also grundsätzlich nicht nur ums Sparen, sondern um den klügeren Einsatz von Ressourcen.
Wie lautet hier die Handlungsempfehlung? Wir würden sagen: Starte mit einem kritischen Blick auf deinen Channel- und Tool-Mix und beantworte drei Fragen:
- Welche Kanäle liefern wirklich ROI?
- Welche SaaS-Abonnements können gekündigt oder reduziert werden?
- Welche Tools würden dir in welchem Bereich helfen, noch schneller zum jeweiligen Ziel zu kommen?
Setze außerdem verstärkt auf Automatisierung: Von E-Mail-Nurturing über die Social-Media-Planung bis hin zu Reportings lassen sich viele Prozesse schon mit geringem Aufwand abbilden.
Und sonst? Fokussiere dich in diesem Jahr auf Kernbotschaften und Kernkampagnen, stelle zweifelhafte Nebenaktivitäten ein. Konzipiere lieber nur zwei, drei große Kampagnen, diese aber mit entsprechendem Budget und gut orchestriert über die vielversprechendsten Touchpoints.
Miss die Performance jeder Aktion (Kosten vs. Nutzen) und scheue dich nicht, schnell und oft Anpassungen vorzunehmen. Schaffe auf diese Weise eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung. Mit einem konsequenten Fokus auf Effizienz gelingt es dir, auch mit knappen Mitteln Großes zu erreichen – getreu dem Motto: Work smarter, not harder.
Weitere Trends
8 große Trends – das ist schon eine ganze Menge. Doch es gibt ein paar weitere Entwicklungen, die du im Blick behalten solltest:
- Search verändert sich weiter. Die KI liefert immer mehr Antworten direkt, die Klickzahlen sinken. Umso wichtiger wird GAIO – das heißt vor allem: klar strukturierte und zitierbare Texte.
- Content sollte modular sein. Da jeder Marketingkanal unterschiedliche Formate favorisiert und sich die Vorgaben und Empfehlungen gelegentlich ändern, funktionieren möglichst frei kombinierbare Content-Bausteine besser als das eine große Asset.
- Dark Social wird wichtiger. Tipps unter Kollegen und in geschlossenen Communities sind schwer trackbar – wirken aber stark. Plane bewusst Inhalte, die leicht geteilt werden können (Infografiken, Checklisten, kurze Videos).
Wenn du diese Aspekte neben den 8 Haupttrends mitdenkst, triffst du noch bessere Entscheidungen bei Content, Kanälen und Budget.
In 30 Tagen auf Kurs
Du musst nicht alles, was du hier gelesen hast, gleichzeitig umsetzen. Mit diesem 30-Tage-Plan hast du alles Wesentliche abgehakt – ohne dich zu verzetteln:
Woche 1: Überblick verschaffen
Beantworte die Fragen:
- Welche 3 Kanäle liefern aktuell den besten ROI? Welche 2 sind „nice to have“?
- Welche Daten hast du wirklich (z. B. in CRM, Web Analytics und Newsletter-Tool)? Wo fehlen wichtige Informationen?
- Wo verlierst du viel Zeit (Content Creation, Freigaben, Reporting)?
Wahrscheinlich fallen dir noch weitere Fragen ein, durch die du deine aktuelle Situation evaluieren kannst.
Es könnte eine gute Idee sein, auch Kollegen nach ihrer Einschätzung zu fragen!
Woche 2: Maßnahmen planen
Wähle zwei Initiativen, die besonders gut zu deinen Zielen passen, z. B.:
- ABM Lite (10 Zielaccounts mit vielen Gemeinsamkeiten, eine dazu passende Kampagne)
- Quick Wins bei First Party Data (Kundenprofile, überarbeitete Leadformulare, Survey via Newsletter, kurze Interviews beim nächsten Event)
- Content-Repurposing (aus einem alten Whitepaper mehrere neue Videos machen)
- Erster/neuer Automatisierungs-Workflow (z. B. mit n8n)
Erstell zunächst einmal nur den Plan – das fällt meist leicht und vereinfacht die spätere Umsetzung.
Woche 3: Maßnahmen umsetzen
Jetzt geht’s ans Werk:
- Pläne noch einmal feinschleifen
- Alle notwendigen Inhalte, Kampagnen, Workflows erstellen
- Falls nötig: Kollegen informieren, insbesondere Sales
- Inhalte veröffentlichen, Kampagnen starten, Workflows testen
In dieser Woche findet, wie du siehst, der Großteil der Arbeit statt. Du solltest das ganze Projekt also so legen, dass du in dieser Woche genügend Zeit hast, alle Aufgaben zu erledigen.
Woche 4: Messen und optimieren
Definiere Kennzahlen, an denen du ablesen kannst, ob deine Maßnahmen funktionieren oder nicht (z. B. Klickrate, Anzahl Leads, Cost per Lead, durch Workflows eingesparte Zeit).
Nach einer Woche kannst du natürlich nicht erwarten, ein aussagekräftiges Reporting erstellen zu können. Idealerweise erkennst du aber eine Tendenz – und kannst bereits ein wenig feinjustieren.
Auf dieser Basis entscheidest du auch, ob du die gerade umgesetzten Maßnahmen weiterverfolgen oder neue Maßnahmen in Angriff nehmen willst. Wichtig ist jedenfalls, dass du am Ball bleibst und das Momentum nicht verlierst!
Fazit
Das Jahr 2026 hält für B2B-Marketer wieder viele Herausforderungen, aber auch viele Chancen bereit.
Generative KI kann deine Produktivität immens steigern – wenn du es richtig angehst. Das bedeutet nicht nur, dass du lernst, mit neuen Tools und Funktionen umzugehen und so deinen Output zu erhöhen, sondern auch, dass du dich an die gesetzlichen Vorschriften hältst. Zum Beispiel solltest du darauf achten, keine sensiblen Daten einzugeben, und „Made with AI“-Hinweise verwenden.
Grundsätzlich ist Vertrauen 2026 der entscheidende Faktor, auf den du vor allem mit Transparenz und Authentizität einzahlst. Kommuniziere also offen und ehrlich. Trau dich, unkonventionelle, aber sympathische Botschaften auszuprobieren.
Außerdem hebst du dich von Wettbewerbern ab, indem du deine Kunden wirklich ins Zentrum deiner Strategie stellst – sei es durch Account-based Marketing, First Party Data oder Experiential Marketing.
Bei all den neuen Ansätzen musst du natürlich gleichzeitig das Budget im Blick behalten: Priorisiere und automatisiere rigoros, um mit minimalem Aufwand maximale Wirkung zu erzielen!
Am Ende zahlt sich – wie immer – die Kombination aus kluger Strategie und operativer Exzellenz aus.
Jetzt bist du am Zug: Überprüfe deine Marketingpläne für 2026 noch einmal im Hinblick auf die Trends und Tipps in diesem Artikel. Welchen Bereich deckst du gut ab? Wo liegen ungenutzte Potenziale?
Wir wünschen viele gute Ideen und ein erfolgreiches Jahr 2026!
Wenn dir der Artikel gefallen hat oder du noch Fragen hast, schreib uns gern einen Kommentar.